Ein möglicher Tagesablauf im

WaKi

 

Die Kinder werden zwischen 7.30 und 8.30 Uhr von ihren Eltern bis zum Waldwagen gebracht. Die Kinder werden freundlich in Empfang genommen. Während der Bringzeit gibt es mehrere Möglichkeiten für die Kinder aktiv zu werden. Im Winter muss z.B. das Feuer im Ofen entfacht werden. Die Kinder dürfen Holz tragen und bekommen erklärt wie das Holz mit Spächtel geschichtet werden muss, damit das Feuer gut brennen kann. Die Vogel- und Tierfutterstation muss kontrolliert und vielleicht befüllt werden. Eventuell muss Schnee vor dem Waldwagen geräumt werden. Damit können z.B. Skulpturen errichtet, Mauern gebaut oder geformt werden. Bei Kälte sind z.B. Landart Eisbilder entstanden. Die Kinder waren fasziniert. Jeden Morgen wird das große Waldkindergartengelände erkundet. Im Sommer müssen vielleicht Pflanzen gegossen werden. Gekeimte Kastanien und Eicheln wurden eingegraben und seither beobachtet. Ein Kartoffeläckerle wird angelegt. Jeder Tag bringt Neuigkeiten in der Natur.

 

Manches Kind braucht Bewegung das Andere eher Ruhe. Klettern Balancieren, springen und rennen oder auch einen Ort der Ruhe, beides ist im Waldkindergarten sehr gut möglich. Es entsteht ein buntes Werkeln und Treiben. Die Kinder haben verschiedene Möglichkeiten sich einzubringen und können selbst entscheiden, was sie tun möchten. Der Waldkindergarten hat ein gutes Sortiment an Werkzeugen  und Bastelmaterial.

 

Der Morgenkreis findet je nach Wetterlage und Inhalt auf der Waldkindergartenwiese oder beim Tagesplatz statt.
Es wird gemeinsam festgestellt wer da ist bzw. wer fehlt und auch warum jemand fehlt. So wird sichergestellt, das jedes Kind wichtiger Bestandteil der Gruppe ist. Wertschätzung wird vermittelt. Nebenbei wird das Zählen und der Umgang mit Zahlen geübt. Weiter wird mit den Kindern erarbeitet: Was ist für eine Jahreszeit, was für ein Monat, was für ein Wochentag. Die Wetterlage wird erforscht … Ein kurzes Ansinnen zum Vortag könnte es geben. Die Kinder werden angeregt nachzudenken und sich zu äußern.

Die pädagogischen Fachkräfte haben im Morgenkreis ein Thema wie z.B. „Was fliegt denn da? Von der Hummel bis zum Hubschrauber“ oder „Thema Handwerk“ oder „ Wir helfen einander“ oder „Wilde Tiere“… kind- und altersgerecht ausgearbeitet und setzen dies mit den Kindern um. Von Kindern eingebrachte Themen werden begrüßt. Der Morgenkreis beinhaltet gemeinsames Singen, Fingerspiele, Gedichte, Klanggeschichten, Bücher, Spiele, Puppentheater oder/und weiteres Anschauungsmaterial.  


Das Tagesziel befindet sich meist im Wald, kann aber auch mal auf einer Obstbaumwiese oder einem Spielplatz liegen. Die Rucksäcke werden geschultert. Der Weg in den Wald beginnt. Es wird gelauscht, entdeckt, gesucht, vermutet und erklärt, gefunden und gesammelt. Die Sinne kommen zum Einsatz, das rauschen der Bäume, ein zwitschernder Vogel, das knacken von Ästen, verschiedene Gerüche oder einfach die Stille des Waldes. Die Nase wird mit der frischen Luft nach Regen verwöhnt. Auch zwischen den Fingern zerriebenen Wildkräutern wie z.B. die Knoblauchrauke oder einfach der Duft des Waldes werden genossen. Unterschiedliche Farben und Formen werden gesichtet, vielleicht sogar ein Tier, einen Schnecke, ein Laufkäfer oder gar ein Reh. Verschiedene Pflanzen oder Baumblätter werden gefunden, manche bestimmt. Zapfen und Stöcke werden gesammelt. Alles fühlt sich sehr unterschiedlich an. Der Weg in den Wald wird zum „Sinnesgarten“ und so werden nicht nur Dinge sondern auch Erfahrungen gesammelt.  Es wird, gehört, gesehen, gerochen, gelaufen, balanciert, gefühlt, gesammelt, Vermutungen gestellt, Wissen ausgetauscht… Ein schier grenzenlos scheinendes Erfahrungs- und Lernfeld eröffnet sich den Kindern.


Am Tagesplatz angekommen werden gründlich die Hände gewaschen und die Brot- und Gemüsedosen  auf der Picknickdecke ausgepackt.
Nach einem gemeinsamen Lied, Gebet, Fingerspiel oder Essensprüchlein wird mit großem Appetit gegessen.


Danach ist freie Spielzeit, dies ist ein sehr wertvoller Bestandteil des Waldkindergartenalltags. Die Kinder haben ein klar umrissenes Aktionsfeld.
Während der freien Spielzeit wird erforscht, ausprobiert und experimentiert. Manchmal gründen sich Gruppen-, Paar- oder auch Einzelaktivitäten. Mit Sammelgut kann gebastelt oder gewerkelt werden. Es steht eine große Auswahl an Materialien zur Verfügung. Bewegung ist bei der Freien Spielzeit immer inklusive. Sprache wird durch die Auseinandersetzung über Fundstücke und das festlegen von Spielregeln gefördert.
Es können Verkaufsstände, Werkstätten, Kunstwerke oder Grillstände entstehen. Rollenspiele finden hier genügend Raum. Ein Fundus an Papier, Stiften, Scheren, Klebern, Schnur ect. wird mit in den Wald mitgenommen, damit die Kinder Erlebtes gestalterisch auch auf Papier umsetzten können. Auch Werkzeuge finden auf dem Bollerwagen Platz.


Die Inhalte des Orientierungsplans des Land Baden Württemberg können in vollem Umfang im Waldkindergarten umgesetzt werden.
Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte besteht in der Motivation der Kinder selbst aktiv zu werden, die Kinder selbst bestimmen zu lassen und zeitgleich auch die Gefahren zu erkennen und gegebenenfalls einzuschreiten. Bei allem Abenteuertrieb steht doch die Sicherheit aller Beteiligten vorne an.
Die Kinder räumen gemeinsam auf und tragen die gesammelten Sachen zusammen. Der Platz wird ordentlich verlassen.  
Der Rückweg zum Waldwagen beginnt meist etwas ruhiger, da sich Ausgeglichenheit und Müdigkeit bemerkbar macht. Der gemeinsame Tagesabschluss findet auf der Waldkindergartenwiese statt. Ein  Waldkindergartentag voller neuer Erfahrungen und Abenteuer geht zu Ende.
Die Kinder werden zwischen 13.00 und 13.30 Uhr von ihren Eltern abgeholt.